Transformative Architektur & Stadtentwicklung

Alte Mu

Entwurf, Zeitgemäßes Quartier für Wohnen, Leben und Arbeiten

Zentrale Zielsetzung des Vorhabens, ist die Verstetigung der Zwischennutzung der Liegenschaft der ehemaligen Muthesius Kunsthochschule, Lorentzendamm 6-8 als Kreativzentrum hin zu einem zeitgemäßen, klimafreundlichen Quartier für Wohnen, Leben und Arbeiten in der Innenstadt von Kiel. Um den Entwicklungshorizont zu sichern, müssen jetzt planerische Grundlagen geschaffen werden um die Zukunft des „Impulsquartiers“ ALTE MU zu erarbeiten.

Projektkosten 30 Mio €
BGF 9900 m2
Bearbeitungszeitraum 01/2016 – 01/2025
Leistungen

Projektentwicklung und Bauvoranfrage, Vorentwurf, Vorbereitung zum Werkstattverfahren

Es soll ein lebendiges Quartier im Herzen der Stadt entstehen, dass alle Lebensbereiche umfasst, Nutzungen mischt und für eine offene und solidarische Stadtgesellschaft einsteht. Im Zentrum steht die Vision von Wohnen & Wirken. So sollen nachhaltige Arbeitsplätze, Ateliers und offene Werkstätten mit zeitgemäßer Infrastruktur bereitgestellt werden. Um dem Bedürfnis nach innerstädtischem Wohnen gerecht zu werden, soll zukunftsfähiger, sozialgerechter Wohnraum entstehen. Den Ort beleben weitere gewerbliche Nutzungen, aber auch Kita, Gastronomie, Einzelhandel, temporäre Wohnformen, Sport-/ Wellnessangebote, Veranstaltungen und urbane Gärten. Das Gelände soll mehrheitlich für die Öffentlichkeit zugänglich sein und als Quartier für eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung werben.

Das Wohnen soll sich aus verschiedenen Wohnkonzepten zusammensetzen. Neben studentischem und genossenschaftlichem Wohnraum sollen weitere neuartige Wohnkonzepte wie Clusterwohnen, kultur- und generationsübergreifende WGs, Atelierwohnen, Selbstausbau und Wohnen auf Zeit (Residenzen & Home Stay) auf dem Gelände verteilt werden. Alle Wohnformen unterliegen einer sozialgerechten Entwicklung und sollen die Gleichberechtigung der BewohnerInnen fördern.

Das Arbeiten wird besonders geprägt durch eine crossinnovative Startup- und Kunstszene sowie der Idee des Zusammenarbeitens in verschiedenen Co-Working Spaces. Dieser Bereich soll durch einen Makerspace ergänzt werden. In dieser geteilten, offenen, kollaborativen Werkstatt wird Lernen und Erforschen mit High-Tech oder No-Tech Werkzeugen repräsentativ für zeitgemäße Bildung und Produktion praktiziert.

Für das tägliche Leben finden sich verschiedene gastronomische Angebote wie Restaurants, Bars, Cafés oder ein Lebensmittelhandel. Ein großer Veranstaltungsraum ermöglicht Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen und Kinovorführungen. Darüber hinaus soll versucht werden eine Kinderbetreuung in das Gesamtkonzept zu integrieren. Diese Nutzungen werden über das gesamte Gelände verteilt und sollen so zur weiteren Aktivierung des Quartiers beitragen. Weitere Räume für Kultur, Bildung und Veranstaltungen bieten Raum für Öffentlichkeit und fördern den Austausch über die Grenzen des Quartiers hinaus.

Das Vorhaben „Impulsquartier“ ALTE MU liegt in direkter Nachbarschaft zu einem Mischgebiet (Osten), einem Wohngebiet (Westen) und einer Sonderfläche für Hochschule, Forschung und Klinikum (Norden), direkt am Übergang von der Altstadt zu weiteren Wohn- und Mischgebieten sowie dem Fährhafen. Südlich angrenzend liegt die Parkanlage Ratsdienergarten. Die benachbarte Bebauung besteht zum Teil aus denkmalwürdig beurteilten Gebäuden am Lorentzendamm, Dahlmannstraße und Brunswiker Straße. Für das überplante Gebiet liegt kein Bebauungsplan vor.

Die vorhandene Bebauung soll mittels Aufstockung und An-/Umbauten erweitert werden. Die neuen Gebäudeteile sollen vornehmlich in Holzbauweise oder anderen nachhaltigen Bauweisen erstellt werden. Teile des Bestandes werden zur besseren Erschließung des Geländes abgebrochen. Das Erscheinungsbild des Bestandes bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung. Es soll versucht werden durch einen Kontrast zwischen Erweiterung und Altbau die Geschichte des Ortes ablesbar zu machen. Die Gestalt des Bestandes bleibt erhalten soll aber immer wieder an den Erschließungen durchbrochen werden. Die Konzeption des Hochbaus soll nach den Prinzipien des Cradle to Cradle erstellt werden.

Die Erschließungen liegen vornehmlich außerhalb des Gebäudes und verbinden so in einem Netzwerk von Wegen alle Nutzungen und Dachflächen. Mittels zweier Aufzüge können alle Etagen barrierefrei erreicht werden. Die Dachflächen sollen begehbar als Gründächer ausgeführt werden.

Die Energie zum Betrieb des Gebäudes soll langfristig aus regenerativen Energiequellen erzeugt werden. Hierzu sollen Windkraftanlagen und/oder Photovoltaik auf den Dachflächen montiert werden. Die Wärmeerzeugung wird voraussichtlich über eine Wärmepumpenanlage und/oder den Rücklauf der Fernwärme bereitgestellt. Ein energetisches Cluster aus Elektromobilitätsangeboten und anderen Speichermedien ist geplant.