Transformative Architektur & Stadtentwicklung

Wohnen +

Entwurf, Barrierefreie Wohnnutzung

Die Machbarkeitsstudie soll eine Handlungsempfehlung für die barrierefreie Wohnnutzung zweier denkmalgeschützter Häuser in Brunsbüttel, Scholerstraße 3-5, liefern. Die geplante Nutzung steht im Zusammenhang mit dem benachbarten Projekt Wohnen+. Beispielhaft zeigt die Studie wie architektonisch und planerisch in Zukunft mit Neubauten und Sanierungen im denkmalgeschützten Kontext des Beamtenviertels umgegangen werden kann. Neben einer Sanierung des denkmalgeschützten Bestandes soll ein Neubau als Ergänzung entstehen.

Projektkosten 6,1 Mio. €
BGF 3000 m2
Bearbeitungszeitraum 10/2019 – 04/2020
Leistungen

Machbarkeitsstudie zur Wohnnutzung denkmalgeschützter Gebäude in Brunsbüttel im Zusammenhang mit dem benachbarten Wohnprojekt Wohnen +

Das «Hofhaus» ist eine gestalterische Referenz an den Bestand. Das moderne Pendant zum alten Beamtenhaustyp nimmt sich dezent zurück und zitiert punktuell die typischen Gestaltungselemente desBeamtenviertels. Durch die städtebauliche Setzung entsteht ein begrünter halböffentlicher Innenhof zwischen Neu- und Altbau als Bewegungs- und Begegnungszone. Die Laubengangerschließung wird zum verbindenden Element.

Der asymmetrisch angelegte Giebel des Mansarddaches neigt sich in Richtung Bestand. Die Traufe auf der Hofseite fällt bis auf Höhe der Oberkante Geschossdecke 1.OG um die Proportionen des Bestandes zu respektieren. Zur Westseite zieht die Traufe an und ermöglicht trotz leichter Dachschräge viel nutzbare Wohnfläche und Licht bis ins oberste Geschoss.

Für die Fassadengestaltung des Entwurfes wurde in Anlehnung an den Bestand ein heller rötlicher Fassadenziegel auf einer Unterkonstruktion ausgewählt, welcher sich auch über Teile des Neubaudaches legt und so einen kompakten, modernen Baukörper formt. Die Erker nach Westen werden durch eine vertikale Holzlattung hervorgehogen und gliedern den sonst eher zurückhaltenden Baukörper.

Der Neubau soll in einem hohen energetischen Standard realisiert werden, der durch die Wahl der Baustoffe (Poroton und Holz) einfach zu erreichen ist. Die gewählten Materialien ermöglichen zudem eine einfache wärmebrückenarme Konstruktion. Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude werden energetisch saniert, um eine Verbesserung der Betriebskosten zu erreichen.

Insgesamt soll ein ganzheitliches energetisches Cluster aus denkmalgeschütztem Bestand, Neubau «Hofhaus» und Bestandsgebäude Posadowskystraße 4 gebildet werden. Nach Aussage der Betreiber*innen des Wohnen+-Projektes kommt es in der Posadowskystraße 4 im Bereich der Pelletheizung zu erhöhten Betriebskosten. Eine Photovoltaikanlage zur dezentralen Stromversorgung soll ebenfalls geplant werden.

Der Neubau ist in einer Mischkonstruktion aus Massivbauweise mit Porotonziegeln und Holzrahmen oder -massivbau konzipiert. Diese ermöglicht einen hohen Grad der Vorfertigung und eine einfache Realisierung der Kubatur. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss werden in Massivbauweise errichtet, die folgenden Geschosse sind in Holzbauweise realisiert. So wird zusätzlich Gewicht gespart, um die Gründung zu entlasten und zugleich eine ökologische Bauweise ermöglicht.